Anlage von Kleingewässern

... in der Managementzone auf der Dreiborner Hochfläche zur Stützung der Amphibienfauna

Projektidee:
Anlage von Kleingewässern in Bereichen früherer Gewässer mittels Bag­ger

Hintergrund:
Durch den früheren Manöverbetrieb entstanden auf der Dreiborner Hochfläche zahlreiche kleinflächige periodisch wasserhaltende Gewässer. Diese sind Lebensraum für viele in ihrem Bestand in NRW und der Eifel gefährdete, konkurrenzschwache Tier- und Pflanzenarten wie die Kreuz­kröte und den Schlammling. Die Aufgabe der militärischen Übungen und die natürliche Sukzession führen zum zunehmenden Verlust von Gewäs­sern, da diese verkrauten oder undicht werden. Eine Diplomarbeit der Universität Köln belegt die hohe Bedeutung gerade periodisch wasser­haltender Tümpel für die Kreuzkröte, die hier wohl ihr höchstes Vorkom­men in NRW hat.

Im März 2010 wurde erstmals eine Anlage neuer Gewässer versuchs­weise durchgeführt. Einige der acht neu angelegten Gewässer wurden be­reits im Frühjahr 2010 von Amphibien als Laichgewässer angenommen. Versuche, bestehende, undicht gewordene Gewässer mit Fahrzeugen zu verdichten, waren bisher wenig erfolgreich, so dass die Neuanlage von Gewässern sinnvoller erscheint. Die hier gewonnenen Erfahrungen kön­nen in weitere Anlagen einfließen.

Durchführung:
Mittels eines Baggers oder einer Laderaupe werden ca. 50 bis 100 cm tiefe Kuhlen geschoben und durch Befahren des Grundes verdichtet. Dies geschieht in Bereichen in der Managementzone des Nationalparks auf der Dreiborner Hochfläche, in denen bereits Gewässer bestehen oder bestan­den haben, um eine Besiedlung mit der typischen Fauna und Flora zu gewährleisten.

Die Gewässeranlage muss im Herbst oder zeitigen Frühjahr vor Beginn der Laichperiode der Amphibien durchgeführt werden. Vor der Durchfüh­rung wird das Einverständnis der Umweltverbände und der zuständigen Unteren Landschaftsbehörde Kreis Euskirchen eingeholt. Hierzu wird die geplante Maßnahme in den Nationalparkgremien vorgestellt. Vor Durch­führung muss das vorgesehene Gelände vom Kampfmittelräumdienst des Landes NRW überprüft werden. Dementsprechend beläuft sich die Vor­laufzeit zwischen Projektvergabe und Durchführung auf ca. 6 bis 8 Wo­chen.

wissenschaftl. Begleitung:
Die Entwicklung der neu angelegten Kleingewässer wird durch regelmäßige Untersuchungen der Nationalparkverwaltung über mindestens drei Jahre verfolgt und dokumentiert.

Kosten:
Die Kosten für eine Gruppe von ca. 4 bis 6 Kleingewässern werden mit ca. 500.- € veranschlagt.